
Im Jahr der Gründung der Fußball-Bundesliga und im Jahr des II. Vatikanischen Konzils bin ich geboren. Nach der Ausbildung in zwei Landgemeinden in der Nähe von Biedenkopf folgte meine erste Pfarrstelle beim Deutschen Evangelischen Kirchentag für die Kirchentage in München 1993 und in Hamburg 1995. Im selben Jahr bekam ich meine erste Gemeindepfarrstelle in Kelkheim vor den Toren Frankfurts übertragen und übernahm gut fünf Jahre später eine der drei Pfarrstellen der Lutherkirchengemeinde in Wiesbaden. Es folgten 12 Jahre im Personaldezernat in der Kirchenverwaltung in Darmstadt und es schloss sich eine Zeit im Vertretungsdienst im Dekanat Rheingau-Taunus, v.a. in Oestrich-Winkel, an.
Mit dem 1. Januar 2022 begann meine Zeit als Pfarrerin in der Region Heidenrod, in den Kirchengemeinden Kemel und Springen. Seit dem Jahr 2025 bin ich mit Ihnen und Euch im Nachbarschaftsraum der Evangelischen Hoffnungsgemeinde im Untertaunus unterwegs. Es macht mir Freude, Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen zu begleiten und in unserem Leben Gottes Spuren zu entdecken.
Schon immer haben mich Worte bewegt – und ich habe mich in Worten bewegt, zunächst und bis heute als leidenschaftliche Leserin. Das beste Buch, das ich kenne, ist die Bibel. Später ist daraus ein wesentlicher Teil meines Berufes als Pfarrerin geworden. Ich suche und finde Worte, die bewegen möchten – in meinen Predigten und Andachten, in den Ansprachen, die ich schreibe, wenn ich Menschen zu besonderen Zeiten ihres Lebens begleite. Und ich bin überzeugt, dass Worte etwas bewegen in dieser Welt, wenn sie klar und berührend sind. Auch gesellschaftlich und politisch. Deshalb gehören Bibel und Zeitung nicht nur bei der Predigtvorbereitung für mich zusammen. „Die Zeitung gibt uns den täglichen Bericht darüber, was in der Menschheit vorgeht. Die Bibel lehrt uns, was diese Menschheit ist, die von Gott so geliebt wird.“ (Theologe Karl Barth). Die Bibel ist dabei für mich eine hochaktuelle und tragfähige Grundlage für die Deutung des eigenen Lebens, aber auch für die Deutung des Lebens in der Gesellschaft. Die vielen biblischen Erzählungen helfen mir, Antworten auf meine Fragen zu finden: Wo komme ich her? – Wo gehe ich hin? – Wie soll ich leben? Der Glaube an Gott, der sich in Jesus Christus zeigt und uns durch seinen Geist begleitet, ist ein Fundament meines Lebens. Er stiftet Gelassenheit und Zuversicht, durch das Leben zu gehen. Literatur, Musik und Kunst erfahre ich dabei als Weg, der mich hineinzieht in den Glauben anderer: Ein Gedicht von Hilde Domin zu lesen und ein Lied von Paul Gerhardt zu singen, nimmt mich mit in ihre Glaubensstärke; die Bildkraft von Ernst Barlach rührt mich an.
Und wenn wir unsere Glaubensgeschichten dann einander erzählen, können wir uns gegenseitig ermutigen und dafür begeistern, dass manche Dinge nicht so bleiben müssen, wie sie sind und mit Gottes Hilfe auch eine andere Welt möglich ist.
Mit dem 1. Januar 2026 begleite ich u.a. in der neuen Evangelischen Hoffnungsgemeinde im Untertaunus als Ansprechperson den Seelsorgebezirk, zu dem die Orte Egenroth, Grebenroth, Kemel, Langschied, Mappershain, Martenroth, Springen, Watzelhain und Wisper gehören und werde mich im neuen Kirchenvorstand und seinen Ausschüssen einbringen und verantworte – zusammen mit Pfarrerin Nikola Züls – die Samstags-Konfirmand-innen–Gruppe.